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Mi., 10.07.2019, 19:00 h

Mittwochsgespräch mit Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum: Antisemitismus in der Weimarer Republik

Geschichtsort Villa ten Hompel Münster

Vom Wort zur Tat
Antisemitismus in der Weimarer Republik
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Berlin)
Keine „guten" Weimarer Jahre
Der Antisemitismus als politische Bewegung und soziale Haltung erlebte nach dem Großen Krieg einen dramatischen Formwandel, der sich zwar für viele europäische Länder nach-zeichnen lässt, in den Verliererstaaten jedoch von besonderer Virulenz war. Aus dem „kulturellen Code", der im deutschen Kaiserreich das liberale und konservative Lager voneinander unterschieden, aber sich vor allem im bürgerlichen Milieu manifestiert hatte, wurde in den Jahren der Weimarer Republik ein Instrument zur politischen Mobilisierung auf ganz unterschied-lichen Ebenen. Während sich die Zeitungsleser über medial breit ausgeschlachtete Finanzskandale empören konnten, mussten sich einzelne Wirtschaftszweige in der Provinz mit hartnäckigen Boykottanstrengungen auseinandersetzen. Im Reichstag camoufl ierten die off en xenophoben Debatten zur Zuwanderung aus Osteuropa nur schwach ihre judenfeindliche Absicht, während sich Kommunalpolitiker immer häufi ger mit explizit antisemitischen Anträgen und Initiativen konfrontiert sahen. All dies wurde überschattet von politischen Morden und steigender Straßengewalt, so dass zumindest aus Sicht jüdischer AktivistInnen von den „guten Jahren" der Weimarer Republik kaum gesprochen werden kann .
Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
ist Historikerin und Di-rektorin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin als Nachfolgerin von Wolfgang Benz. Promoviert wurde sie in Bochum mit einer Arbeit über die jüdische Gemeinde Königsberg bei Hans Mommsen. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören neben der deutsch-jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts die Geschlechtergeschichte und die spanische Geschichte des 20. Jahrhunderts.
In Kooperation mit dem Evangelischen Forum Münster e.V., der Gesell-schaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V. und dem LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte


Öffnungszeiten:

Mittwoch, Donnerstag 18.00 bis 21.00 Uhr, Freitag, Samstag, Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr

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