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So., 12.11.2017 – So., 18.02.2018

Bernard Langerock: Das Auge der Objekte. Fotografien und Formen in chinesischem Lack

Museum für Lackkunst Münster

Das Museum für Lackkunst zeigt in seiner Sonderausstellung vom 12. November 2017 bis 18. Februar 2018 „Das Auge der Objekte. Fotografien und Formen in chinesischem Lack“ etwa 30 Werke des Künstlers Bernard Langerock. Langerock, geboren in Belgien, lebt und arbeitet seit 1972 in Düsseldorf. Seit den 70er Jahren blickt er auf eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zurück.

Im Rahmen eines Künstleraustauschprogramms der Stadt Düsseldorf erhielt Langerock 2013 ein Stipendium, durch das er einen mehrmonatigen Aufenthalt in Chongqing, China, absolvierte. Dort lernte er traditionelle chinesische Techniken des Kunsthandwerks wie die Herstellung von Porzellan, chinesische Tuschmalerei und Lackarbeiten kennen. Besonders fasziniert war der Fotograf und Künstler von der Tiefenwirkung des Lacks, die durch das mehrschichtige Auftragen entsteht.

So setzt Bernard Langerock in seinen Fotografien die herausragende Eigenschaft des Lacks, spiegelglatte Flächen zu bilden, auf subtile Art und Weise um. Verschwommen, farbig getönt und eingetaucht in die Materialität des Lacks, spiegelt sich die Welt in ihnen wider. Auf diese Weise vermag der Betrachter nicht nur das Wesen des Lacks durch das Medium der Fotografie in ungewohnter Eindringlichkeit zu erfassen, sondern auch die Welt „mit den Augen des Lacks“ wahrzunehmen.

In der reflektierenden Fläche des traditionellen ostasiatischen Werkstoffs sieht Langerock primär eine Spiegelung der dreidimensionalen Welt in einer zweidimensionalen Fläche. Diese Reflexionen, so erläutert er, würden zu einer gewissen Irritation führen. Sie stellten die Sehgewohnheiten „auf den Kopf“ und eröffneten dadurch einen Perspektivwechsel, durch den die gespiegelten Objekte anders als gewohnt wahrgenommen würden.

Aber noch eine weitere Dimension interessiert Langerock ganz besonders: die Materialität, die früher in der analogen Fotografie zu finden war und in der digitalen verloren ging. Digitale Bilder seien, so der Künstler, „clean“ und makellos, ohne jegliche Spur einer Entwicklung, die ihm fehle. Seine Bilder seien der Versuch, diese Materialität über das Medium des Lacks wieder in die Fotografie einzubeziehen und dem Betrachter einen Eindruck von Haptik und Oberflächenbeschaffenheit der Objekte zu vermitteln.

Bei einem Betrachter durch Fotografien – von Langerock interpretiert als „Farben und Formen“ – eine Wirkung hervorzurufen, sei das erklärte Ziel eines jeden Fotografen. Hierbei sei allerdings wichtig, die Erfahrungen und Erlebnisse jedes einzelnen, der die Aufnahme betrachtet, zu berücksichtigen, da sie es sind, die die Wahrnehmung und die Assoziationen maßgeblich beeinflussen. Als ein Beispiel führt er eine Aufnahme des World Trade Centers in New York an, die bei den meisten Betrachtern eine Assoziation mit den Anschlägen des 9. September 2001 hervorrufen wird. Bilder können, so erläutert der Künstler, eine Geschichte erzählen, ohne dass der Zuschauer sie kennt und Hintergrundwissen zur Verfügung hat. Schon in diesem Falle würde ein Dekodierungsvorgang beim Betrachter ausgelöst, um das Gesehene einzuordnen und zu entschlüsseln. Für eine vollständige Einordnung der Wahrnehmung seien darüber hinaus ergänzende Hintergrundinformationen erforderlich. 


Öffnungszeiten:

Dienstag 12.00 bis 20.00 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr, Montag geschlossen.

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