Ihr Browser unterstützt kein Javascript oder es ist abgeschaltet! Um den vollen Funktionsumfang von "Museen in Münster" nutzen zu können, aktivieren Sie Javascript im Browser.

Sa., 09.12.2017 – So., 25.02.2018

beyond future is past

Kunsthalle Münster

Am 8. Dezember 2017 eröffnet die Kunsthalle Münster die Ausstellung „beyond future is past“ mit zehn internationalen Positionen der Bildenden Gegenwartskunst aus dem Bereich Video/ Film. Konzept ist, die Arbeiten paarweise als räumlich getrennter Dialog sukzessive für je zwei Wochen zu zeigen. Die Filme haben Kurz- oder Spielfilmlänge.


Sämtliche Beiträge verbindet ein lustvoller Umgang mit den Bild- und Informationswelten unserer Gegenwart. Dabei geht es aber nicht um eine aktualisierte Form der Aneignung, wie es die Appropriation Kunst betrieb oder vordergründig um Medienkritik. Vielmehr handelt es sich um eine Form des Zugriffs, der das allseits verfügbare Bild- und Datenmaterial produktiv zum Ausgangspunkt einer neuen Arbeit nimmt. Wenngleich ästhetische Sprache und Erzählungen (ob linear- oder nichtlinear) völlig verschieden sind, ließen sich die in der Kunsthalle Münster gezeigten Filme werk- wie rezeptionsästhetisch dennoch zu zwei Gruppen zusammenfassen –  eine ‚analoge’ und eine ‚digitale’. Aber ist eine solche Unterscheidung heute überhaupt noch relevant?

 

„beyond future is past“ nimmt Phänomene der Gegenwartskunst in den Blick, denen wir ebenso neugierig wie zwiespältig begegnen und die der Diskurs mit bislang noch wenig differenzierten Begriffen wie „Post Digital“, „Post Internet“ oder „Metamoderne“ zu fassen versucht. „Post Internet“ etwa bezeichnet zunächst nicht mehr als das Leben in einer Welt nach der Erfindung des Internet. Kunst, die mit dem Netz zu tun hat, muss nicht notwendig in ihm stattfinden, sondern resultiert aus dem Alltag mit dem Netz. Tatsächlich ist das Digitale heute ein Metamedium, das unseren Alltag nicht nur durchdringt, sondern über unser Denken und Handeln hinaus auch unsere Materialität und Körper formt. War das Digitale vormals noch eine fremde Welt aus nicht ganz täuschend echten Imitationen, ist es heute die Signatur der Welt – realer als ihr Gegenüber, gewissermaßen materieller. Die Authentizität der Kopie steht außer Frage. Dagegen muss die Realität des Originals aktuell eher bezweifelt werden.

 

Ob nun ‚analog’ oder ‚digital’, scheinen die zehn in der Kunsthalle Münster gezeigten Film-Arbeiten für uns alle zumindest augenscheinlich darin verbunden, die Digitalität aus analogen Zusammenhängen zu exhumieren. Gewissermaßen betreiben sie ästhetisch eine Archäologie der Zukunft, um in der Beiläufigkeit ihrer analogen wie digitalen Existenz den Blick der Betrachter zu kalibrieren. So mögen die Besucher der Kunsthalle Münster angesichts der fünf Film-Paare sich letztlich fragen, ob nicht unser Blick selbst digital geworden ist. Allein lag nicht im Blick schon immer die Chance, unsere im Analogen beheimatete Lebensform neu zu justieren?

Paarweise gezeigt werden Ulu Braun & Roland Rauschmeier (D) | Hito Steyerl (D); Janis Rafa (GR), Isa Genzken (D), Josefin Arnell (SE) sowie fünf weitere Position in jeweils dialogischen Installationen.


Kuratoren: Dr. Gail B. Kirkpatrick (Direktorin Kunsthalle Münster) und Marcus Lütkemeyer


Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 14.00 bis 19.00 Uhr, Samstag und Sonntag 12.00 bis 18.00 Uhr,

Montag geschlossen.