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Mi., 06.12.2017, 19:00 h

Mittwochsgespräch mit Dr. Gerd Sälter: Phantome des Kalten Krieges

Geschichtsort Villa ten Hompel Münster

Mittwoch, 6. Dezember, 19 Uhr

 

PHANTOME DES KALTEN KRIEGES
Die Organisation Gehlen, die NS-Vergangenheit und der Antikommunismus

Dr. Gerhard Sälter (Berlin)

 

Die Organisation Gehlen übernahm mit dem Personal aus Gestapo und anderen NS-Behörden einige ihrer Feindbilder.
Neu formiert unter den Vorzeichen des Kalten Krieges, führte sie bis in die sechziger Jahre hinein ausgedehnte Ermittlungen gegen eine nicht existierende kommunistische Spionageorganisation: die neu erstandene „Rote Kapelle". Tatsächlich ermittelte sie gegen Überlebende aus dem Widerstand, die aus den Lagern und Zuchthäusern der Nationalsozialisten oder dem Exil zurückgekehrt waren und es ernst meinten mit dem demokratischen Neuanfang. Den Männern, die sich aus verantwortlichen Positionen des NS-Regimes in den Gehlen-Dienst gerettet hatten, diente die Wiederbelebung des Gestapo-Mythos dazu, die NS-Gegner zu denunzieren, um sie vom öffentlichen Leben fernzuhalten und die Furcht vor kommunistischer Unterwanderung zu schüren, um so ihr eigenes institutionelles Überleben abzusichern.
Gerhard Sälter deckt mit seinen Forschungen auf, wie plan- und erfolglos, aber stark ideologiebelastet, der frühe BND unter Reinhard Gehlen agitierte und dilettierte.

Dr. Gerhard Sälter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Berliner Mauer und arbeitete drei Jahre in der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945 bis 1968. Zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Devianz, Polizei, Denunziation, Justiz und Inhaftierung, zum MfS, zum Grenzregime der DDR, zur Berliner Mauer und zur Geschichte des BND.

„Ein spektakuläres Buch!" (Der SPIEGEL)

In Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.


Öffnungszeiten:

Mittwoch, Donnerstag 18.00 bis 21.00 Uhr, Freitag, Samstag, Sonntag 14.00 bis 17.00 Uhr